Name: Ronald/ Ronnie Walken (später Christopher W.)
Geboren: 31.3.1943; NYC (Queens)
Sternzeichen: Widder
Religion: Methodist, kurze Zeit "moonworshipper"
Blutgruppe: 0
Größe: 1,81 (andere Quellen: 1,84) m
Augenfarbe: grün
Haarfarbe: braun (wechselnd)
Familienstand: verheiratet (mit Georgianne, geb. Thon, seit 1969), keine Kinder;
George (Nickname), ist geb. zwischen 1942 und 1948, Wassermann und stammt aus Chicago (italienischer Abstammung/Italian ancestry-?)(Angaben ohne Gewähr!)
2 Brüder: Glenn und Kenneth (einer älter, einer jünger)
Eltern: Vater: Paul Walken (+) aus Essen, Deutschland, Mutter: Rosalie (geb. Russell) aus Glasgow, Schottland; Walkens Großmutter -mütterlicherseits- war eine berühmte Tänzerin namens Rosalind Russell, alias Roz.
Seine Mutter nannte sich nach ihrem Mädchennamen (Rosalie- Rosa-Lee);
Paul und Rosalie trafen einander in New York, wo sie später heirateten.
Wohnort: NYC, Wilton (CT) Block Island,
Hobbies: filmen, kochen, malen
Lieblingsfarbe: schwarz
Lieblingstier/pet: Katze
Vorbild: Elvis Presley
Lieblingslied: Are you lonesome tonight
Ausbildung: Professional Children´s School, Hofstra University (ausgetreten)
Abneigungen: Arbeitslosigkeit, Autofahren (vor kurzem besaß er einen Volvo- er fährt aber extrem langsam, wenn überhaupt), große Veränderungen im Leben, Umweltverschmutzung, dumme Interviewfragen 

 

"Ich bin im normalen Leben ein Schmusekätzchen. Ich bin ein Song-and-Dance-Man, der zufällig ein paar seltsame Typen spielte. Eigentlich ein Missverständnis, dass ich dann darauf fixiert wurde." (CW 1998)

hristopher Walken wurde am 31.3.1943 als Ronald Walken (benannt nach dem Schauspieler Ronald Colman- "the man with the velvet voice- der samtenen Stimme") im New Yorker Stadtviertel Queens als zweiter von drei Söhnen im Sternzeichen des Widders geboren. (Seine Brüder heißen Glenn und Ken(neth).
Chris (Ronald) und seine 2 Brüder Ken und Glenn, seine Mutter und sein verstorbener Vater bei einem Familientreffen der Russells in Schottland. Das Foto wurde dem Fanclub von einem Cousin aus dem Russell-Clan übermittelt.

Chris' Vater Paul (verst. 2001, fast 100-jährig) war ein Bäckermeister aus Deutschland (Essen), der eine Bäckerstube in Astoria- damals noch in einer 7-Tage-Woche-Betrieb (seine Angestellten hatten manchmal bei ihm nichts zu lachen, denn er war sehr streng, aber auch Chris und seine Brüder verkauften als Kinder Brot im Laden), seine Mutter Rosalie (geb. Russell) stammt aus Schottland (Glasgow). Die beiden trafen einander in New York, wo sie später heirateten.



 

I came from another country".....


Chris wuchs sozusagen in einem europäischen Haushalt auf, und Schottland sowie Deutschland gefallen ihm sehr gut (Deutschland sei ein „wundervolles Land mit freundlichen Leuten“). In Schottland würde er gerne einmal Theater spielen. Er könnte sich auch gut vorstellen, dort zu leben, denn ein großer Teil seiner Familie wohnt in Glasgow. Stadt und Kultur faszinieren in gleichermaßen. Ob Chris Deutsch spricht, ist mir leider nicht bekannt, aber wahrscheinlich schon, denn er rezitiert seine Rollen beim Kochen u.a. auch in Deutsch.

"Mein Vater und meine Mutter immigrierten in den Dreißigern von Europa nach Amerika und sprachen mit starkem Akzent. Zu Hause hörte ich ein ziemlich stockendes (abgehacktes) Englisch, und das habe ich noch immer in meinem Kopf."

Er selbst sagt, dass die Erziehung in einem Haushalt von Immigraten ihm eine starke ethische Moral und seine ungewöhnliche Art zu sprechen verliehen habe. Er habe eine gute Beziehung zu seinem Vater gehabt und seinen Fleiß und die Liebe zur Arbeit geerbt.

Vor ihrer Heirat hatte seine Mutter Rosalie selbst Ambitionen, Schauspielerin zu werden. (Sie war später Mitglied der "Stage Mothers's Society" und war sehr involviert in die Karrieren ihrer Söhne) Ihre Theaterbegeisterung färbte sehr früh auf ihre 3 Kinder ab, die alle drei im Show-Biz unterkamen.

"Ich war seit Kindheit im Showbiz-Geschäft. Mein Charakter und meine Art zu arbeiten formte sich durch das Showbiz, immer schon. Wenn Leute mich auf alltägliche Dinge ansprechen- Einkommenssteuer, den Klemptner und so- ich habe keine Ahnung, worüber sie sprechen. Ich weiß nur über die Schauspielerei Bescheid" (CW) "

 



WORKS & PEOPLE OF INTEREST

FAVORITE MOVIES
Broadway Danny Rose : dir. Allen '84
Lucky Luciano : dir. Rosi '74 : favorite death scene
Spartacus : dir. Kubrick '60

CORE REFERENCE
Fred Astaire & Ginger Rogers
John Holmes
Elvis Presley
Irene Worth

EARLY INFLUENCES 
Muhammad Ali, Marlon Brando
Richard Burton / Private Lives '82
Bette Davis, James Dean
Robert De Niro / The Last Tycoon '76
John Garfield
Gielgud & Richardson / No Man's Land '76
Katherine Hepburn
Laurence Olivier / Uncle Vanya '77
Spencer Tracy

COMEDY, ACCENTS, etc.
Rossano Brazzi, Bugs Bunny
Billy Crystal, Rodney Dangerfield
Cary Grant, Alan King
Jerry Lewis, Marcello Mastroianni

Einer von Chris' allerersten Jobs war, mit einer Katze für einen Kalender Modell zu sitzen (mit 14 Monaten, das Bild wurde nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht); das Projekt wurde ein großer Erfolg. (Er hatte sich später des öfteren gefragt, was für eine Rasse das wohl gewesen sei..)


Mit 8 Jahren stieg Bruder Ken ins Showgeschäft ein. Ronnie und Glenn hatten durch die Karriere ihres Bruders die besten Chancen, im Showbiz Fuß zu fassen. "Hatten sie als Kinder während ihrer frühen Karrieren nichts vermisst?" Natürlich mussten sie einige Abstriche machen. Aber wie andere Buben ihres Alters auch waren sie rund ums Haus beschäftigt. Ronnie mähte z.B. jeden Samstag Morgen für 65 Cents hingebungsvoll den Rasen seines Nachbarn.

Die Buben hatte eine schnelle Auffassungsgabe, unterstützten sich beim Lernen ihrer Rollen gegenseitig und nahmen auch Kritik bereitwillig an.

Wie viele ihrer Freunde hatten auch die 3 Walken-Brüder Haustiere: u.a. 2 Hunde unbestimmer Rasse und eine Katze. Auch der kindliche Sammlerdrang fehlte nicht- Glenn sammelte Münzen, Ronnie Messer, beide interessierten sich für Schiffe und Flugzeuge. (Glenn wollte Schauspieler werden und eine Yacht für die ganze Familie kaufen..)

Nein, vermisst haben die boys nichts. Sie waren mit Begeisterung bei ihren "Working-Lessons" und machten das beste aus ihrer Freizeit. Dieses Teamwork bewirkte einen Familienzusammenhalt, der ihr ganzes Leben prägen sollte. Frage an CW: Mochten Sie sich so, wie Sie als Kind waren?
Antwort: "Ich könnte nicht sagen, dass ich mich nicht mochte, aber ich war auch nicht gerade begeistert von mir. Ich war schon damals ein wenig....anders." (CW)

"Wenn ich 25-30 Jahre früher aufgewachsen wäre, hätte ich, glaube ich, viele Musicals gemacht. Aber zu meiner Jugendzeit war diese Art von Kino nicht mehr modern und vorallem nicht rentabel (...) " CW
Chris Walken ist seit 1969 mit seiner Frau Georgianne, geb. Thon, geb. am 8.2.XX, (Wassermann), (ital. Abstammung?), verheiratet, hat keine Kinder, jedoch Katzen, die ihn immer wieder faszinieren und die er auf Reisen sehr vermisst.

Er „öffne ihnen die Türe, dass sie hinauskönnen und öffnet sie wieder, wenn sie hereinkommen“. Das ist eine seiner Beschäftigungen, wenn er zu Hause ist. Zuletzt (2002) durfte er bei Wolf und Grace als Dosenöffner wohnen. Er schrieb ein nachdenklich stimmendes Vorwort zu einer Katzen-Haltungs-Anleitung: Guide To "K.I.S.S.Cat Care". Er hält sich immer drei Katzen gleichzeitig, weil er glaubt, 3 ist eine Art magische Zahl.

Er lebt in Connecticut (Wilton), abseits der Zivilisation, wenn er nicht gerade arbeitet, hat ein Appartement in Manhattan, (anscheinend auch ein Sommerhaus auf Block Island) und seine Tage verlaufen ruhig und geregelt. Er liest viel und verreist nicht, außer seine Rollen verlangen es. Wenn er in die Stadt kommt, dann ist es für ihn wie "a shock to my system." Er besitzt kein Handy, keinen PC und trägt anscheinend keine Armbanduhr. Mit der Politik steht er auf Kriegsfuß.

"Ich mag das Unerwartete und Unbekannte nicht. Ich mag es nicht, überrascht zu werden. obwohl ich als Schauspieler Überraschungen liebe. Ich werde ziemlich wütend, wenn meine Rechnungen nicht sofort bezahlt werden."

Auf die Frage, was denn das Geheimnis seiner Ehe sei, wo doch in Hollywood Scheidungen an der Tagesordnung seien.
" Nun, wir leben nicht in Hollywood. Wir leben am Land....und man muss zufrieden und glücklich sein."

Er sieht kein besonderes Geheimnis darin, und außerdem:
"I'm very easy to get along with. It's true." (ich bin leicht handzuhaben, wirklich...)

Georgianne nimmt ihm die "lästigen Tätigkeiten", wie Geldgeschäfte ab, sorgt für ihn und ist auch seine "beste Freundin", wie er selbst sagt.

"Ich lebe eigentlich am Land, und ich mag das. Es ist friedlich und schön. Wenn ich nicht drehe, ist das Beste für mich, daheim zu sein und ein oder zwei Drehbücher zu studieren, meine Runden um das Haus zu drehen und über meine Rollen nachzudenken. Wenn ich zum Dreh komme, gehe ich hin, um zu arbeiten, nicht zu schwätzen. Ich belästige Leute nicht mit Fragen: Ich werde konfus, wenn mir andere dauernd was erzählen. Zu viele Informationen können mich wirklich sehr konfus machen." (CW, 2004)

Chris und Georgianne (Georg/i) lernten sich 1964/63(?) während einer Tournee von "West Side Story" kennen, worin sie die Freundin Riff`s (Chris), Graziella, spielte. Als Chris beim Film sesshaft wurde, gab sie die Schauspielerei auf und wurde Casting Agentin (Die Sopranios). Eine Zeit lang war sie auch als Kosmetikvertreterin tätig. Noch heute beklagt sich Walken scherzhaft darüber, dass sie ihm die ganze Zeit über keine einzelne Rolle vermittelt hätte. Wäre er nicht so beschäftigt gewesen, hätte er wohl einen Minderwertigkeitskomplex bekommen.
Er stand mit ihr ein einziges Mal gemeinsam vor der Kamera, und zwar in "Brainstorm" (1983).

Über seine tägliche Routine: "Ich stehe um 6 oder 7 Uhr auf und trinke meinen Kaffee. Dann lese ich gewöhnlich die Zeitung. Dann, wenn ich ein Drehbuch bearbeite, beschäftige ich mich eine Weile damit. Dann übe ich eine Zeit lang. Gegen Mittag koche ich gewöhnlich. Ich habe immer was zu tun. Am liebsten habe zwei Skripte in Arbeit, das gefällt mir."



Hobbies

Er hat keine besonders aufregenden Interessen, geht nie golfen (er habe etliche Freunde an die Golferei verloren) oder sonstwie sporteln (höchstens joggen in freier Natur oder auf seinem Laufband), lernte nie schwimmen (er wurde einmal in einen Pool geworfen, weil man ihm erklärte, das Leben sei wie ein Sprung ins kalte Wasser, sie mussten ihn aber wieder herausfischen), interessiert sich nicht für Sport, liest nur am Wochenende die Zeitung, und dann nur Artikel über Kunst und Bücher. Er sah sich noch nie ein Football- oder Baseballspiel im Fernsehen an. Er kann stundenlang am Sofa rumlümmeln, ohne etwas zu tun und überlegen, ob er sich nur schnell um die Ecke etwas zu essen kaufen soll.

Er kocht gerne, vorzugsweise italienisch (Mittelmeerdiät, Fisch und Gemüse), besorgt sich die Zutaten im Supermarkt und möchte immer genau wissen, was in seinem Essen drin ist (deshalb vermeidet er Restaurantbesuche), auch weil niemand anderer sein Essen berühren soll. Weiters kritisiert er die amerikanischen Essgewohnheiten und das Fast-Food-Essen.
Beim Aussuchen seiner Kräuter und Gemüse im Supermarkt wirkt er beinahe wie einer seiner wunderlichen Charaktere im Film. Er bevorzugt Fisch, Gemüse und Salat. Den Fisch kauft er ganz frisch im "Cinderella" New York, wo es zwar nicht gerade billig ist, aber er glaubt fest daran, dass Fisch gut für seine Haare sei. Und liebt Spaghetti, wobei er daraufachtet, "not to eat it too much.." Außerdem isst er nur eine Mahlzeit pro Tag (abends), weil er sonst vor Müdigkeit einschlafen würde.

"Ich esse keinen Nachtisch, selten Süßigkeiten, keinen Zucker. In meinen Morgenkaffee gebe ich Molasse, das schmeckt sehr gut. Wenn ich in ein Restaurant gehe, nehmen die Leute immer ein Dessert, aber ich nicht. Ich esse höchstens etwas Käse oder so was in der Art."

Beim Dreh bewohnt er Hotelzimmer mit Küche (Chateau Marmont in Los Angeles), so dass er für sich selbst kochen und dann „aufräumen“ und putzen kann. Ansonsten nimmt er sein eigenes Essen zum Dreh mit (in Tupperware- deshalb wurde ihm fälschlicherweise nachgesagt, er sammle diese Dinger).
Als Kind war er „dünn wie ein Bleistift“ und konnte essen, was er wollte, ohne auch nur ein Gramm zuzunehmen. Nun geht er joggen und achtet auf seine Ernährung (und raucht nicht mehr).

Apropos kochen: Anlässlich eines Fersehinterviews 2004 wurde er gefragt, ob da nicht einmal eine Cooking-Show im Gespräch gewesen war. Ja, er hätte darüber nachgedacht, andererseits gibt es doch schon so viele davon, und er möchte eigentlich nicht als Koch in Erinnerung bleiben, nachdem er so hart gearbeitet hat, sich einen Namen als Schauspieler zu machen. Er möchte es wirklich nicht, wenn die Leute sagen: "Hey, that`s the guy with the cooking-show..." Eine kurze Küchen-Show hat er ja mal gemacht: Cooking with Chris "was really amusing.


 

Julian, ich und noch jemand, der ein Restaurant besitzt, wollten diese Küchenshow machen, die vom Einkaufen der Zutaten, vom Kochen und der Mahlzeit danach handelt. Drei Teile sozusagen. Ich dachte, das wäre unterhaltsam..." (CW)
(Anm: Julian Schnabel, ein Maler und Regisseur- Basquiat-, ist einer von Walkens besten Freunden)

 

Chris ist auch Miteigentümer des bekannten und oft frequentierten New Yorker Restaurants Tribeca Grill (u.a. mit M. Barishnikov und Sean Penn), einem in Landhausstil gehaltenen Lokal, das Robert de Niro gehört.
Er studiert auch seine Rollen oft während des Kochens in verschiedenen Tonlagen und Sprachen, einmal langsam, dann schnell, solange, bis er den richtigen Rhythmus und die geeignete Stimmlage gefunden hat. (auch in Deutsch- angeblich)

Er malt, und zwar Abstraktes in klaren roten, gelben, grünen und orangen Farben, ohne besondere Aussage, am ehesten Blumen ähnelnd: „big schmear paintings“; er ist sich jedoch zu unsicher, um seine Bilder öfter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, (obwohl er „bessere Bilder mache als manch anderer“.(CW).


"I am an abstract painter, but I don't mix colours up too much. I like clear reds and yellows and greens and orange. My paintings are not a mess. They are sort of neat abstracts. Very colourful, but not about anything in particular; they are not bowls of fruit or anything. But very nice, very pleasant." -- (CW)

Er schreibt Theaterstücke, z.B. Fiktives über sein großes Idol Elvis Presley (dieser sei nicht tot, sondern nur abgehauen und auf Diät übergegangen.) Das Stück Him, ein satirischer Monolog über das "Nachleben" von Elvis, lief 1994 einen Monat lang mit Walken in der Hauptrolle mit mäßigem Erfolg am Public Theater, „hatte aber gute Szenen“ (CW).
(Chris´ Lieblingslied ist übrigens „Are you lonesome tonight“.)

Walkens Mutter beschwerte sich mal bei ihm, dass er keinen netten Film machen kann.....
Häufig gebrauchte Worte in seinem Repertoire sind „darn“, „heck" und "lunch".

Seine Lieblingsfilme- in denen er mitgewirkt hat- sind u.a. "Prophecy", "Pennies from Heaven" (1981) und "Puss in Boots" ("Der gestiefelte Kater"- nach dem gleichnamigen Märchen, in dem er eine singende und tanzende Katze spielt).

Er hatte einmal einen Agenten, der ihm – Chris - erklärte, er sei ein soziales Desaster. Deshalb solle er Parties tunlichst meiden, hinzufügend: „keep your mystery, keep your mystery“.....- (welcher Agent mochte das wohl gewesen sein? Die Agentur-Adresse von Gene Parseghian, New York, ist übrigens nicht mehr gültig)

Walken bestätigt: er ist kein flatterhafter Mensch, und sein gesellschaftliches Leben ist die Arbeit. Seine Vorstellung von „fun“ ist, mit anderen Kollegen zusammenzuarbeiten. Die Schauspielerei ist immer seine "Sandkiste" gewesen, und dort ist er am glücklichsten.

Er mag zwar nicht flatterhaft sein, aber dennoch voller Überraschungen.

"Ich bin ein Fremder in meiner eigenen Heimat, denn ich komme von einem anderen Land, dem Showbusiness."

"Ich kann mir nicht vorstellen, jemand anderer zu sein. Mein Background ist und bleibt nun einmal das Showbiz. Ich weiß nichts über meine Mitmenschen, Leute, die ich schon das ganze Leben kenne- meine Familie, meine Brüder- ich kenne nur mich alleine...."

Walken würde gerne einmal einen Helden (wie James Bond) oder einfach einen ganz normalen Typen mit Frau, Kindern und Hund spielen,..und lustig sollte er sein, dieser Typ.
Frage: Was sein größter Luxus sei.
Antwort: Zeit. Und was ich daraus mache. Die meiste Zeit verbringe ich mit mir selbst.



Chris und das Haar

Mit Christopher Walken zu sprechen, bedeutet, an seinem Haarreichtum nicht vorbeizukommen. Seine oben erwähnte steile Frisur schaute er 15-jährig seinem Idol Elvis Presley ab („ein griechischer Gott“.) Er –Chris- bearbeitet jeden Tag seine Kopfhaut, um die Durchblutung zu stimulieren und Stress abzubauen (nach einem Rezept von Anthony Perkins)
Mit diesen Haaren machte er Karriere. Er ist stolz darauf. Sie prägen sein Erscheinungsbild.
Manchmal erwischte er jedoch einen übereifrigen oder nervösen Friseur, der ihm den Schnitt total verhaute, was er jedoch gottergeben hinnahm.
Schon als Kind wurde er fortwährend auf seine Frisur angesprochen. In den 60er Jahren kam er nicht umhin, es so lang wie Elvis zu tragen. Seine Haare sind ausgesprochen wichtig für ihn, quasi ein "essentieller Bestandteil". Hätte er nicht so dichtes Haar, würde er sich wahrscheinlich eine Glatze scheren lassen, dann würde er so richtig erschreckend aussehen, oder er würde eine ausgeflippte Perücke tragen. (CW 2004)

"Wenn man nach einem Typen wie Christopher Walken sucht, gibt es wahrscheinlich einige, die mich nachmachen können. Aber ich bin nunmal der beste Christoper Walken." (CW)

Und das meinte er völlig ernst. Er meinte damit einen "ausgefallenen, interessanten, vielschichtigen Character". Er möchte tiefer schürfen, mehr sein als nur der Bösewicht. (Gregory Widen, Regisseur God's Army). Und Chris ist froh, nicht mehr dieses mädchenhafte Aussehen zu haben, mit einem beinahe narzisstischen Einschlag.

Dennoch erstaunt die Aussage:
„Man muss nur in sein Gesicht schauen, um festzustellen, dass er-Chris (Anm.)- durch einen Haufen Mist gewatet ist.“ (*?*) (Abel Ferrara).
Chris gibt Kontra: stimmt nicht, wenn man das Leben anderer betrachte...er selbst habe sich sein ganzes Leben in einer Gesellschaft befunden, in der Misstrauen und Neid an der Tagesordnung waren, aber er sei auch nicht gerade auf der Nudelsuppe dahergeschwommen. Es möge überheblich klingen, aber gerade diese Abhärtung sei das Positive an der ganzen Sache. Er sieht sich (noch) nicht als derangiertes Vehikel. Er sieht sich selbst nur als „fremd“, und er ist dabei "happy, being strange."  

"Manchmal lese ich Sachen wie, ich sei gruselig. Na, ich weiß nicht. Gruselig ist etwas...ohne Skelett, oder? Das betrübt mich ein bisschen. Wenn jemand sagt, ich sei anders, da hab ich nichts dagegen." (CW 2000)

Frage: Würden Sie sich als etwas auffällig bezeichnen?
Antwort: "ein bisschen, ja, Besonders, als ich jünger war- ich war schon immer ein bisschen exotisch. Ich habe auch nie einen Hut getragen, weil mir meine Haare wichtiger waren."(CW 1997)

Feststellung der Interviewerin: viele ihrer Freundinnen könnten sich gut vorstellen, mit Chris gefährlichen Sex zu haben (in Anspielung auf "The Comfort of Strangers")
Antwort: ".....nein, nein, uh!, das missbillige ich höchst."


Chris- das Sexsymbol; Chris-ein Macho?

Er fühlt sich ob dieses Sachverhalts sehr geschmeichelt, obwohl er es nicht ganz begreifen kann. Wo sind die Beweise bitte, fragt er ?
Die Rolle des Vanni Corso sei allerdings die, welche ihm am ehesten entspreche.. und der ist ja ziemlich der Obermacho.

"Na gut, sagen wir, das ist ok. Ich bin 35 Jahre verheiratet, da muss ich vorsichtig sein [lacht]. Und nicht nur das, wir leben ja auch am Land. Um ehrlich zu sein, ich habe nicht viel Kontakt mit anderen. Wenn ich drehe, ist der Tag lang. Ich stehe morgens auf, und es ist noch dunkel. Erinnern Sie sich an die Zeiten, über die ich erzählt habe, Rock'n'Roll, Studio 54, eigentlich war ich sehr gesellig. Vielleicht habe ich mich etwas verausgabt/übernommen.
 


Chris, der Kultstar

Um eine Person zum Kultstar zu erheben, werden u.a. bestimmte Fetische benötigt. Kultfans fischen sich z.B. aus ihrem Helden kleine signifikante Dinge heraus, etwa Gesten, Haarstylings, den Gang oder das Aussehen (James Dean=Rebell, Sly Stallone= finsterer Muskelmann).
Walken ist der ultimative Kultstar im Böseschauen, im Schaurigen, Irren und Sonderbaren.

"Die Leute denken, dass ich ein Schurke bin, oder? Ich meine, ich spiele ja ganz augenscheinlich jede Menge Schurken...." (CW 2000)
"Aber Sie fürchten sich nicht vor mir, oder?"

"Christopher Walken ist wirklich ein merwürdiger Kauz. Er recherchiert nie für seine Rollen. In seinem eigenen Sprachrhythmus probiert er hundertmal die selben Zeilen, bis er endlich zufrieden ist. Das verleiht ihm Distanz, die seine Rollen so faszinierend und insbesondere seine Killer-Rollen so glaubwürdig macht. Er sagt, seine Emotionen enstehen, wenn ihm langweilig oder er müde ist, und er isst sogar Zitronen, bevor er seine Dialoge spricht." (D.Willis)

Anhänger von Kultstars können/müssen auch besonders blöde Filme verzeihen. Dies verlangt zwar einen Hang zum Masochismus, und im Falle Walkens- seien wir ganz ehrlich, manchmal besonders viel. Er ist die 2. Person der Filmgeschichte, der im gleichen Jahr (2002) die Nomination zum besten Nebendarsteller (Catch me if you can) und zum schlechtesten Schauspieler (Country Bears) gelang.


Cult status (Quelle: Wikipedia)

Walken has attracted a strong cult following as an actor. One reason for this is the type of films he has appeared in, for example gangster and science fiction/fantasy films, or films by directors with their own cult following such as Abel Ferrara, David Cronenberg, and Quentin Tarantino. But more important factors are his odd appearance, quirky mannerisms, and ability to exude menace. Walken is best imitated for his deadpan effect and offkey pauses.
Additionally, his comedic efficiency comes as a surprise to those who are familiar only with the more serious roles that comprise the majority of his body of work, and so Walken is admired for his versatility. This cult status is demonstrated by the number of photo-shopped images of Walken on the net, the frequency of impersonations either by amateurs or other professional actors (notably Kevin Spacey, Kevin Pollak, and Jay Mohr), the invention of fictitious stories about his activities, and the invention of various things he might have said. He is also frequently referenced in various other works of pop culture, such as in the Fountains of Wayne song "Hackensack".

There is also the fan practice of rote reciting some of his speeches from film - for example True Romance, Pulp Fiction and The Prophecy. There are even short films and plays which use his persona.

 

 

 

 

 

New York-Residenz: Upper west side of Manhattan,
number 118, 80 th Street. (mittlere Türe)


 
Wie auch immer, Walken betont, in Zukunft ganz normale Charaktere spielen zu wollen und seine komödiantische Ader zu fördern (das Interview fand 1994 statt!) Wollte der „Duke of Spook“ nun vielleicht der „King of Comedy“ werden?? Wir wissen ja, wie`s weiterging: zum größten Witzbold der Filmgeschichte (die Betonung liegt auf Filmgeschichte) ist er nicht unbedingt aufgestiegen

Erinnern wir uns:
The Prophecy: böse, Nick of Time: böse, Batman`s Return: böse, Sleepy Hollow: böse, Excess Baggage: finster, Funeral: finster, New Rose Hotel: na ja, Mouse Hunt: total von der Rolle, King of New York: nicht so ganz böse, Things to do in Denver: böse, A View to a kill: böse…..etc.etc

In Anbetracht des Mangels an Gegenbeweisen (Showauftritte- SNL, Talksendungen etc.) bleibt er seinem Kultstatus hierzulande mehr oder weniger gerecht

"Er hebt immer hervor, dass er Sänger und Tänzer ist, der ein paar gruselige Rollen angenommen hat. Das Publikum hat da etwas missverstanden." (A. Corsello, 2000)



Chris und Natalie (arbeiteten zusammen in "Brainstorm")


"Zu einem anderen Abschnitt in Walkens Leben: er war an Bord jenes Schiffes, auf dem der mysteriöse Tod Nathalie Woods stattfand; zu diesem Ereignis gibt es mehrere Versionen. Flirtete sie mit Chris, erregte sie den Ärger von Robert Wagner, war es ein Unfall? Stürzte sie auf dem nassen Deck, schlug mit dem Kopf auf und fiel über Board?


Als sich die Dreharbeiten zu Brainstorm dem Ende näherten, wurde Walken zum Thanksgiving-Tag bei der Catalina Insel auf die Yacht von Natalie Wood und ihrem Ehemann Robert Wagner eingeladen. Was in dieser Nacht wirklich geschah, wird wohl niemand so ganz erfahren. Es wurde gemunkelt, dass Wood, die sich immer sehr für ihre Filmpartner begeistert hat, in Walken verschaut hat, weil dieser sie auch an ihre frühere Flamme James Dean erinnerte. Es wird auch behauptet, dass man etwas über den Durst getrunken hatte, und irgendwie war Wood dann verschwunden.


Walken selbst hatte nie viel darüber gesprochen, weil er nichts dazu sagen konnte. Er hatte mit Wagner heftig diskutiert, aber über Politik. Das Gespräch hatte in einem Restaurant begonnen und wurde an Bord fortgesetzt. Es wurde zwar gefeiert, aber nicht im Übermaß. Walken schlief, als das Unglück passierte, Wood in das Wasser stürzte- in der Nähe des Strandes und zwischen anderen Booten. Teile des Films mussten noch fertig gedreht werden, und so wurde verworfenes Archivmaterial herangezogen.



By the way:
Einer von Walkens Lieblingswitzen ist:
“A duck walks into a drugstore and he says to the pharmacist, could I please have some lip gloss? The pharmacist says, certainly Sir, here you are, will this be cash or charge? And the duck says, put it on my bill. “
("bill " bedeutet neben "Rechnung" auch „Schnabel“!)

Seltsamerweise hat Chris noch keinen Stern auf dem Walk of Frame. Es gäbe auch keine Fanartikel in Hollywood. Dafür wurde er in einer Zeremonie im Oktober 2004 vor dem Grauman's Chinese Theatre in Hollywood in Zement verewigt.

Filmemacher Abel Ferrara bezeichnet ihn als einen der größten lebenden Schauspieler .
„Er hat alles: ein gottgegebenes Talent, einen brillanten Geist, Hingabe an die Schauspielerei.“
Und er fügt hinzu:
„Ich glaube nicht, dass er diese psychotischen Figuren nach Vorlage spielt, darum ist er so gut. Andere Schauspieler sind von Skript und Regisseur abhängig, Walkens Darstellungskunst entspringt seiner regen Phantasie.“

Von einem Augenblick auf den anderen kann Walkens Stimmung umschlagen, eben noch scherzend und charmant, „goofing“ around, scheint ihn etwas zu irritieren, und er schnarrt plötzlich etwas von „gefährlichem Lift“, den er gerade benützte, und „der“ alte, uns so gut bekannte scary Christopher Walken ist wieder da. Jaja, ein wenig launisch und widersprüchlich ist er schon, der Gute.

Er wuchs in der Zeit auf, als Marlon Brando („he was a genius“) und James Dean die Leinwandhelden waren. Robert De Niro ringt ihm Respekt ab. Vor Muhammad Ali hat er Respekt (er hat dessen Autogramm und eine original verschwitzte, eingerahmte Hose zu Hause hängen, jedenfalls früher) (er ist/war? ein großer Boxfan)

"Ich interessiere mich sehr für Sportler. Ich finde, ich kann etwas für die Schauspielerei dazu lernen, wenn ich sie beobachte. Es hat zu tun mit der Konzentration und der Selbskontrolle, mit der sie an ihre Arbeit gehen".(After Dark, 1973)



Montgomery Clift und die Psychologie des Schauspielens:

"Ich mag ihn sehr (M. Clift, 1920-1966, Anm.). Er war ein wenig psychotisch, aber ich fand das irgendw interesant. Er war einer derjenigen, der seine Nervosität nicht bekämpfen konnte. Ich traf ihn einmal. Ich saß ihm eine halbe Stunde gegenüber, bevor ich ihm persönlich etwas näher kam. Es war kurz vor seinem Tod. Wir hatten die fürchterlichste Unterhaltung, die man ohne Worte haben kann. Wir saßen einfach nur da. Niemand außer uns war da. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er hatte mir auch nichts zu sagen. Wir tranke, rauchten und schwiegen. (..)"
(Anm: Das Rauchen hat er inzwischen aufgegeben, auch die harten Getränke, wie Wodka.)

Frage: Diejenigen, die Clift kannten, behaupteten, er betrank sich, weil er Todessehnsucht hatte, aber vielleicht trank er auch nur, weil er es so wollte.
Walken: Jeder tendiert dazu, ein wenig zu moralisieren. 
Frage: Glauben Sie, dass extrem nervöse Schauspieler Borderline-Neurotiker sind?
Walken: Ich weiß es nicht, aber ich glaube, dass es für Schauspieler notwenig ist, zu lernen, gewisse Depressionen zu überwinden, und sie in dafür zu "zelebrieren". Der entscheidende Punkt für einen Schauspieler ist, all die Eigenschaften, die in den Augen anderer einen labilen Charakter ausmachen, in etwas Konkretes umzusetzen.

Ob Chris ein Rebell gewesen sei? Nein, er wünschte, er könnte es bejahen. Dann eher ein Einzelgänger? Ja. "Ich glaube, das ist so eine Veranlagung. die hat man sein ganzes Leben. Ich habe damit kein Problem." (Interview Mag., 1977)



Der Tänzer und Schauspieler

Eigentlich wollte er ja Tänzer und Musicalstar werden, landete aber schließlich beim Film. Er begann als Kinderstar in 50er Fernseh-Serien und wurde maßgeblich von Jerry Lewis beeinflusst, im Showbusiness Fuß zu fassen. Mit 10 Jahren traf er Lewis in "The Colgate Comedy Hour", in der Lewis und Dean Martin zu Gast waren. Walken spielte darin einen Sketch mit Lewis.

"Ich bin ein großer Jerry Lewis Fan. In einem Interview sagte er einmal, das Geheimnis seines Erfolges sei, dass er sich wie ein Kind mit 9 Jahren fühle. Dass er sich sein ganzes Leben so gefühlt hat, und ich dachte, er hat recht. Er ist wie ein Kind. Bei manchen Leuten kann man das spüren. Mick Jagger ist einer davon. Das ist wunderbar, besonders, wenn man älter wird."(CW, Venice Mag.)

Von klein auf erhielt Ronnie Tanzstunden, und auch während seiner Zeit an der Prof. Children's School in Manhattan forcierte er das Tanztraining. (1959: 16-jährig das Broadway Debut in "J.B.", als Ronnie Walken)
Interessanterweise studierte er etwa ein Jahr englische Literatur an der Hofstra University mit dem -halbherzigen- Hintergedanken, Lehrer zu werden, als er 1963 einen Part in einem off Broadway-Musical mit Liza Minelli angeboten bekam. (Titel: "Best Food Forward", li). Von da an war`s aus mit dem Studieren. (Liza Minelli war Chris` frühere Klassenkameradin). Übrigens tanzte er mit Judy Garland auf Minelli's 16. Geburtstag.
("She was beautiful, very sexy, terrific..", CW 2004)

1964 wirkte er als Tänzer in "High Spirits" mit, einem Musical-update von Noel Coward's Blithe Spirit. Coward war selbst an der Produktion beteiligt; eines Tages traf dieser während der Proben den "pretty boy" Chris Walken, der mit einem blutroten T-Shirt bekleidet war, was Coward zu einem: "Interesting T-Shirt..!" hinriss: Walken, ziemlich verlegen über die Aufmerksamkeit, die ihm dieser berühmte Herr entgegenbrachte, konnte nur undeutlich stammeln: "Why...yes...it's red..." "Well," erwiderte der andere humorvoll, "it's been an exciting day for us all."

1965 trat er erstmals als "Christopher Walken" in "Baker Street" auf (als Tänzer).

Als sich 1968 als "Romeo" in Stratford, Ontario, nicht der gewünschte Erfolg als Schauspieler einstellte, ("Ich weiß nicht, warum ich diesen Job bekommen habe. Aber ich nehme an, weil man mich ich einmal in einer Rolle gesehen hat, in der ich ein enges Kostüm getragen habe") beschloss Walken, Schauspielunterricht zu nehmen, was ihn als Kind nie sonderlich interessiert hatte, und kam so in das Actor's Studio unter Lee Strasberg.

So wurde er durch Intelligenz und harte Arbeit erfolgreich, weniger aus der Vorstellung von klaren Zielen. Walken dachte nie logisch über seine Zukunft nach; er ließ sich von Job zu Job treiben, wurde auch am Broadway nicht erfolgreich, einfach, weil er sich weigerte, durch Verträge längerfristig gebunden zu sein, auch heute- besonders heute-bevorzugt er kurze Rollen.

"Ich will mich nicht länger vertraglich binden, weil ich im Laufe eines Jahres meistens 6 Rollen bekomme, und es ist besser, 6 Rollen in einem Jahr zu bekommen als eine.” (CW, 1973) )

Zuvor (vor seinem "Gastspiel" an der Hofstra University) ging er, wie erwähnt, in die Professional Children´s School mit überwiegend weiblichem Anteil. Es war, als habe er „40 Schwestern“. (95% der Schüler waren Mädchen, vorwiegend Models und Schauspielerinnen). Aber er war kein begeisterter Schüler, und als er einmal in Mathematik versagte, bekam er von seinem Vater Hausarrest aufgedonnert.
Schule war für ihn öde. Schlussendlich war es nur ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem man eine Menge Mädchen traf. Er war albern, unreif und frivol. Es war wie in einem Film, in dem ein Junge auf einem Planeten voller girls landete. (CW 1994)
Er blieb während dieser Zeit im Film aktiv (da es den Studenten gestattet war, neben der Schule als Schauspieler tätig zu sein), und spielte u.a. in "Kojak" mit.

Frage: erfolgreich bei den Mädchen?
Antwort: Nicht so ganz einfach. Gespräche mit den Girls sind mir zu aufreibend gewesen, vielleicht machte ich sie auch nervös. Letztendlich ging ich auf ein Mädchen zu und fragte sie: Soll ich lieber abhauen?



Der Aufstieg

Er bekam seinen ersten Oskar für den besten Nebendarsteller (Nick) in „The Deer Hunter“ (1978), in dem er einen Veteran spielt, der sich selbst hinrichtet, nachdem er nach dem Vietnamkrieg verrückt wurde. Er bereitete sich auf die Rolle vor, indem er sich in die Stimmung zurückversetzte, als er als Kind in ein Sommerlager geschickt wurde, nämlich in unendliche Einsamkeit. Bei einem Hubschrauberflug bei den Dreharbeiten (der Ausstieg geöffnet und ohne Möglichkeit, sich festzuhalten) starb er beinahe vor Angst. Für sein hageres Aussehen nahm er eine Bananen-Reis-Diät auf sich.

Im Film tanzte er das erste Mal in "Pennies from Heaven" (1981) ; in einem übermütigen Moment zieht er sich bis auf seine Boxershorts aus (eigentlich wird er mehr oder weniger ausgezogen, während er auf dem Tresen tanzt) -und enthüllt ein riesiges Valentinsgruß-Tattoo (ein rotes Herz mit Schrift) auf seiner Brust.

Seinen ersten erwähnenswerten Filmauftritt gab er 1971 in "The Anderson Tapes" mit Sean Connery.

Seine erste Sprechrolle erhielt er im Stück "The Lion in Winter"(1966)- er war dermaßen aufgeregt, dass ihn der Produzent beinahe gefeuert hätte. Er gab Walken noch eine Chance und drei Tage, um sein Lampenfieber zu bekämpfen. Dies gelang ihm so vorzüglich, dass er dann sogar einen Preis (Clarence Derwent Award) für seine Darbietung bekam.

Mit 25 Jahren gab er sein Filmdebut in "Me and my brother" (1969) in einer Minirolle.

Mit der Darstellung von Duane Hall in Woddie Allen's "Annie Hall" (1977) begann mehr oder weniger seine "Karriere" als seltsamer Typ. Man befand ihn für gut in diesem Genre der leicht Irren und abonnierte ihn nun ab sofort für solche Rollen.

"Ich begann mit 'Annie Hall.' In einer Szene spreche ich über meinen Drang, beim Autofahren in den Gegenverkehr zu lenken, und dann kam 'The Deer Hunter,' wo ich mir selber in den Kopf schoss."

Walken ist kein „Blockbuster-Star“ im herkömmlichen Sinn wie Harrison Ford oder Mel Gibson. Er ist nur deshalb bekannt/oder unbekannt, weil er eine Nische fand, die er für sich gestaltete und die nur und nur zu ihm passt- zu Christopher Walken. Diese Nische wird dann angerufen, wenn man einen Bösewicht benötigt, denn dann ist der Film so gut wie gelaufen und man geht kein Risiko ein, dass er ein (finanzielles) Desaster wird.

Da Chris im Alter von 35 Jahren sehr beschäftigt war, entschieden sich seine Frau und er gegen eigene Kinder. In einem anderen Artikel ist zu lesen, dass er keine Kinder möge.

Er nimmt jede Rolle an, die nicht „zu grässlich“ ist, nur um beschäftigt zu sein. Denn nicht beschäftigt zu sein, davor hat er fürchterliche Angst, dann verdiene er nichts und könne nur warten und Spaghetti essen. Auch fürchte er sich vor Krankheiten und Umweltverschmutzung. Unerwartetes und plötzliche Veränderungen in seinem Leben findet er bedrohlich.

Aber was seine Arbeit betrifft, kann ihn nichts mehr erschüttern.
Er spielte in so vielen Filmen mit, dass er oft nicht ganz auf dem laufenden ist, welchen Namen sein nächster zu interpretierender Bösewicht hat. Und er wird wohl immer wieder für die Darstellung derselben herangezogen werden.

Stand 2004:
Er drehte ungefähr 100 Filme, zwei Musik-Videos (Weapon of Choice und Madonna, Bad Girl), zwei Musicals (Puss in Boots und Pennies from Heaven)  und trat in Dutzenden Theaterproduktionen auf, a "busy bee..."


"Ich drehe jede Menge Filme, 4,5 oder 6 pro Jahr. Ich liebe es zu arbeiten, weil ich nichts anderes zu tun habe. Ich liebe meine Arbeit wirklich. Manche kommen gar nicht ins Kino, sondern gleich auf Video. Manche sind obskur. Ich mache manchmal Filme, die keiner sehen will.  


Walken machte nach eigenen Angaben eine Art „Midlifecrisis“ durch, in der er sehr nervös war, wie er selbst gesteht, aber er hat sie Gott sei Dank unbeschadet überstanden! Er liebt seine Jugendrollen nicht unbedingt, da er sich zu „hübsch“ und zu mädchenhaft darin findet. Er glaubt, er sehe nun besser aus. 

Und - er findet es witzig, dass ihm schon bald diese wunderlichen und unheimlichen Rollen zugeschanzt wurden, denn lange bevor er im Filmgeschäft landete, stellte er auf der Bühne den „männlichen Naiven“ da.

 

Der Vielseitige

Da er ja ursprünglich ein Musicalstar werden wollte, flicht er in jeden seiner Filme als eine Hommage an den Broadway eine kleine Tanzszene ein, auch wenn sie nicht im Drehbuch steht. In einem seiner neuesten Filme "Around the Bend", 2004, tanzt er zwar wieder, aber diesmal stand es im Script.

"Es stand im Drehbuch, dass ich tanzen sollte. Ich weiß nicht, ob es nur drinnen stand, weil ich mitspielte. Aber langsam denke ich, es ist genug, und ich sollte nicht mehr in einem Film tanzen. Ich habe es wohl zu weit getrieben."(CW, 2004). Er behauptet, in Around The Bend habe er auch nicht getanzt, sondern sich nur am Feuer aufgewärmt...

Fast unerwarteterweise wird Walken nun aber doch zu einem Kulttänzer aufgrund seiner zahlreichen Tanzeinlagen, beginnend mit "Weapon of Choice".

"Ich habe nie gedacht, dass ich Schauspieler werden würde. Bis in meine 30er war ich in Musicalkomödien auf Tour. Dann nahm ich eines Tages Schauspielunterricht. Aber ich war im Grunde schon geprägt durch meine Jugend." (CW, 2004)

In den 70er Jahren begann, wie erwähnt, sein Ruhm als psychopathischer Darsteller (in "Annie Hall"); er spielte den Bruder (Duane) von Diane Keaton in einer kleinen, aber unvergesslichen Nebenrolle; nachdem er auch als Nick in "The Deer Hunter" als psychisch demoralisierter Charakter schlagartig bekannt wurde, wollten „sie“ (die Regisseure) nur das Schaurige und Sonderbare von ihm sehen, nun, so tat er es eben.  


"Ich bin im normalen Leben ein Schmusekätzchen. Ich bin ein Song-and-Dance-Man, der zufällig ein paar seltsame Typen spielte. Eigentlich ein Missverständnis, dass ich dann darauf fixiert wurde." (CW 1998)



Theater

Zwischen den Dreharbeiten kehrt er immer wieder gerne auf die Bühne zurück, seiner „essentiellen“ Leidenschaft (um nur einige Stücke zu nennen: Hamlet 1974, 1982; Romeo und Julia 1968, Caligula 1971, Othello 1991...)
Sein Bekanntheitsgrad in den USA ist ungebrochen. Er wurde mehrfach mit Film-, Musik- und Theater-„Awards“ ausgezeichnet.

(Er erhielt 1979 für "Die durch die Hölle gehen" (The Deer Hunter) den Oskar und wurde 2003 für die Darstellung von Leo di Caprios Vater in "Catch me if you can", als bester Nebendarsteller nominiert. )

Wenn er nicht gerade dreht, sitzt er oft zu Hause herum und starrt in die Luft; logischerweise ist es also für jedermann besser, wenn er beschäftigt ist und niemandem auf die Nerven geht. Dann kann es aber schon vorkommen, dass er eine Rolle annimmt, die nicht gerade zu seinem Ruhm beiträgt. Und die Geldsorgen, die hat er auch.

"...I saw my father."

Er konnte bis jetzt immer wundervolle „crazy people“ spielen, nun, "im Alter" beginnt er auch, Onkel und Väter darzustellen, also „richtige Leute“, keine Monster.
Allerdings würden ihm die Rollen als Psychopath eigentlich nicht auf die Nerven gehen, sondern er sei lediglich auf der Suche nach etwas Neuem.
Anfangs war es allerdings schon ein kleiner Schock, dass er nun auch Großväter zu spielen beginne (Around the Bend, 2004):

"Plötzlich spielt man Vaterrollen. In Around The Bend spiele ich sogar zum ersten Mal einen Großvater. Vielleicht ein neuer Meilenstein in meiner Karriere. Interessant, ich habe so viele Schurken gespielt, jetzt werde ich vielleicht nur mehr den Guten spielen." (CW, 2004)

Als er in "Blast from the Past" ("Eve und der letzte Gentleman", 1999) in der Maske saß und um 35 Jahre altern musste (was Stunden an Vorbereitungen kostete), sah ihm plötzlich sein eigener Vater entgegen. (CW); schon in "Catch me if you can" frisierten und kleideten sie ihn wie seinen älteren, verblichenen Herren: "Ich sah in den Spiegel und meinen eigenen Vater vor mir. (..)"



Chris und die Tiere

Mit 16 Jahren war er Löwenbändiger in einem Zirkus, weil er nicht wusste, „was er tun solle.“ Er arbeitete mit einer sehr betagten Löwendame namens Sheba, fromm wie ein Schoßhund und zahnlos. Dennoch würde er nach eigenen Angaben solche Dinge nie wieder tun.
(He was) in a circus run by a man named Tarryl Jacobs, with boots, jodhpurs, red jacket and whip. Billed as Tarryl Jacobs junior by the childless impresario, the young Walken would be left in the lion's cage at the end of "dad's" act, and all the lions but one would file out. Then Chris would crack his whip and the remaining beast, a tired, toothless lioness called Sheba, would wearily rise up on her podium and emit a feeble growl. The audience always gave him and Sheba a big hand.
In 1996, splayed awkwardly across an armchair in the lounge of the Chateau Marmont hotel, Walken laughs and licks his lips, illustrating the storv with exhausted-lion and whip-raising gestures. And then he stops, considering the freakishness of the image."
I just did it for two months. It was very weird. I was a kid. But that was interesting. That's where I come from. True story. Tarryl Jacobs -"dad" - would take his shirt off; and... it was like lions had been chewing on him for 25 years. He was just shredded all over the place. And that's what he did for a living. I don't know..... I guess he wasn't a very good lion tamer." Again he trails off; staring vacantly around the room. The tale, and the past it hints at, are perhaps what leads him not to take himself too seriously."
Absolutely. And also never to take a job like that again."


"Der arme alte Löwe....eigentlich mehr ein großer, zutraulicher Hund."

"Ich wurde zu einem Zirkus-Gegner und mag auch nicht, dass man wilde Tiere in Gefangenschaft hält. Ich wünschte, es gäbe diesbezüglich ein Gesetz. Besonders die Elefanten tun mir leid."(CW 2004)

"Ich liebe Tiere. Um die Wahrheit zu sagen, ich mag sie sehr." widerlegt er die vermeintliche Tatsache, er nicht gerade ein Tierfreund sei. Da er keine Kinder hat, vermisst er jedoch oft ein "vernünftiges Gespräch", wenn er mit ihnen alleine zusammen ist. Dass er stets Katzen um sich hat, ist ja inzwischen hinlänglich bekannt. Leider habe ich noch keine schönes Foto von Chris mit Katze entdeckt... vorallem das als Jüngelchen mit Katze auf dem Fell.

Wie gesagt, er hatte immer Katzen als Haustiere, auch junge und beschenkte einst Glenn Close mit einem solchen.

I posed naked snuggling with two cats for a series of calendar pictures which were a big success. I haven't seen those pictures in a long, long time, but I remember doing it -- and I've always wondered what kind of cats those were. Finally, I've just accepted that they were just cats and I'll never know what kind." -- Chris Walken, Salon.com, July 31, 2000.

Chris has a feline envy:
A tail is so expressive. On a cat you can tell if they're annoyed. You can tell whether they're scared. They bush their tail. If I was an actor and I had to play scared in a movie all I'd have to do is bush my tail. I think that if actors had tails it would change...
everything.

Er schrieb ein Vorwort zu einem Buch über Katzenhaltung:
http://24817.forum.onetwomax.de/topic=102373760919

When he's not working (which is rare), Walken likes to cook, paint and observe his cats.

Eine kleine Anekdote noch:

NEW YORK -- Director and actor Peter Berg went to Walken's New York home to talk to him about a role in "The Rundown," last weekend's box-office winner. He shares his encounter:
"[Walken] lives in this dark, moody brownstone," Berg begins, insisting that the setting paled in light of what occurred once he stepped inside.
"A large cat immediately jumped in my lap. It stayed there for a long time, and I didn't want to say anything to Walken. I didn't want to make it seem like I didn't like his pet because I really wanted him to do my movie."
An hour later, after he agreed to play the bad guy menacing the Rock in "The Rundown," Walken had to lean in and share one little secret with Berg -- and it had nothing to do with acting.
"Mid-sentence, Chris Walken stops and says, 'Hey, Peter, I don't know this cat.'
"The thing was a little stinky," Berg says. "It had long claws. All I could do at that point is look at Chris and say, 'This is not your cat?' " At that point, Berg stood up in horror and the cat ran off into the kitchen.
A calm Walken, 60, just opened the back door and replied, "Oh, that cat just wandered in with you. It must be a street cat. I thought your interaction with the animal was so interesting that I didn't want to interrupt it."
In a separate interview, Walken just laughs when asked about his way of thinking.
"I mean, I never know what people think of me. I know I'm just a normal guy. I think my friends and neighbors know it too," he says.
(2003)


Q&A

Frage: Welchen berühmten Spruch er gerne zitieren würde.
Antwort: veni, vidi, vici. (Ich kam, sah, siegte)
Frage: wem er gerne eins über die Rübe geben würde?
Antwort: Meinem Zahnarzt.
Frage: Welcher Film der schlechteste sei, der je gemacht wurde.
Antwort: Das sage ich nicht, aber ich glaube, ich habe mitgespielt.
Frage: Wann er die ersten sexuellen Kontakte gehabt habe.
Antwort: Mit 19 ungefähr.
Frage: Wenn er bei diesem sexuellen Kontakt etwas anderes hätte machen können, was könnte das gewesen sein.
Antwort: Erfolgreich sein.
Frage: Welche Romanfigur er gerne wäre.
Antwort: Ivanhoe.
Frage: Motto?
Antwort: Mach es dir bequem.
Frage (2004): Welche reale Person würden Sie gerne darstellen?
Antwort: Gute Frage. Darüber muss ich nachdenken. Vielleicht eine historische Persönlichkeit. Nostradamus.
Frage (2004): Sie scheinen momentan ein Sexsymbol für eine Menge junger Damen in den 20ern zu sein..
Antwort: Oh, yeah??
Frage: Hören Sie das zum ersten mal?
Antwort: Ich hatte es bis jetzt von älteren Damen gehört, aber es ist OK.
 


Er rede zuviel und sei zu nett, das stellte er zusammen mit einem Psychiater fest, den er kurze Zeit konsultierte, weil es schien, dass es damals fast jeder tat.



Chris, "seine" Fans und die Briefe an den Fanclub

http://www.walkenfanclub.com/letter.html

 


Dies & Das
 

Er war 6x Gast (ab 5x ist man Ehrengast) seit 1990 in der Saturday Night Live-Show, in der er sich so richtig "austoben" kann, was seine komödiantische Ader betrifft. Er tritt dort immer mit einer bekannten Persönlichkeit auf; die Sendung ist heiß begehrt unter den amerikanischen Fans, nicht zuletzt wegen seiner wiederkehrenden Rolle des Continentals und vor allem als Bruce Dickinson mit seinem "I need more cowbell!"

„Berühmt zu sein“ als Schauspieler, vor allem in seinem Alter, ist für Christopher Walken enorm wichtig. Er will gerne auf der Straße erkannt werden, ansonsten werde er depressiv. Manchmal bleibt er aus Angst, nicht erkannt zu werden, zu Hause. (andererseits scheint ihn zuviel Rummel wiederum zu stören...)


1980 erlitt er einen Nasenbeinbruch, als er zwei Jugendliche bat, ihr Radio leiser zu stellen, und diese ihn tätlich angriffen. (Chris hat ein vorzügliches Gehör!)

Er hat Angst vor Schießeisen, Pferden und der Sonne. Er reist nicht gerne (außer zu Dreharbeiten, wenn es sein muss), mag keine Menschenansammlunge ("Ich bin nicht ganz still. Ich rede oft wie verrückt. Aber wenn ich jemanden nicht kenne, bin ich nicht sehr gesprächig. Ich beobachte und höre zu. (CW 1993), mag keinen Lärm oder schlechten Geruch. Auch Starkstromleitungen in einer schönen Landschaft stören ihn.

Ihn stören Krawatten, da er sich eingeengt fühlt, liebt dafür aber bequeme Kleidung (Gummizughose oder ausgelatschte Schuhe). Da er sich bevorzugt in Schwarz kleidet, sieht er manchmal einem Vampir nicht unähnlich.
„Schwarz ist praktisch, schwarz sieht sauber aus, einfach und cool. Außerdem macht es schlanker.“ (Zitat Walken).

Am Set zu "At Close Range":
"Sean Penn erschreckte mich wirklich. Man kann es auf der Leinwand beobachten, er tat es sehr schnell. Mitten in der Aufnahme rannte er weg, und ich hörte ihn rufen: Gebt mir ein anderes Gewehr. Als er zurückkam, war ich erstaunt, dass er ein anderes hatte als zuvor. Was jetzt? Er spielte wie ein Irrer, hielt das Gewehr an mein Gesicht und erschreckte mich wirklich. Er hielt die Knarre ganz in die Nähe meiner Augen. Es war nicht geladen, das wusste er, und er wollte mich ganz bewusst erschrecken. Ich war dann ziemlich angefressen und schimpfte mit ihm, dann aber bedankte ich mich. Großartig, wenn Schauspieler so etwas füreinander tun." -- CW am Set von At Close Range.

Warum er Pferde panisch meidet, weiß man nicht genau, schließlich hat er auch Westernfilme ("The Milagro Beanfield War", 1988, oder Michael Cimino`s Schinken "Heaven`s Gate") gedreht, in denen er geritten ist, und das gar nicht so schlecht.
Für seine Rolle als Hessian Horseman in "Sleepy Hollow",1999, musste jedenfalls ein Pferd aus Stahlgerüst und Verkleidung nachgebaut werden.

In die Sonne geht er nicht, weil sie ihm in den Augen „schmerzt“. Er erscheint zum Interview meist wie ein blutleerer Körper mit geisterhafter Unfarbe.



Wie aus Ronnie Chris wurde und andere bemerkenswerte Dinge

Als junger Mann war er als „back-up boy“ in einem Nachtclub beschäftigt (1965), wo ihn eine belgische Sängerin namens Monique van Vooren in Christopher umtaufte, weil ihr der Name gefalle ("You know, Ronnie, I'm going to call you Christopher"). Cool, sagte Christopher, und "sure, go ahead", wenn, dann aber lieber „Chris“, da Christopher wie ein Nieser klinge- und von da an hieß er nicht mehr Ronnie (nur mehr für seine Familie und engsten Freunde).
In diversen Talkshows erklärt er auch immer wieder, der Name "Christopher Walken" klinge "wie ein Zug",weil er so lang sei.

("Nenne mich wie du willst, aber ruf mich nicht zu spät zum Essen." CW)

Er war für die zweite Besetzung von Han Solo im „Krieg der Sterne“ vorgesehen (die Rolle bekam dann bekanntlich Harrison Ford).  
Ebenso wurde er für die Ryan O`Neal-Rolle in Love Story getestet, kaum zu glauben, aber er bekam die Rolle dann ohnehin nicht:
"Ich glaube, es ist gut, dass ich die Rolle nicht bekommen habe. Wenn ich den Job angenommen und keine gute Figur gemacht hätte, wäre das das Ende meiner Karriere gewesen. Es ist schon gut so, wie alles gekommen ist." (CW, 2004)

“Ein Grund, warum ich die Rollen so gut spiele, ist, dass ich mich von ihnen distanziere. Ich bin nicht neurotisch oder so etwas in der Art. Ich bin ein positiver Mensch.”

Er geht gerne ins Kino, vor allem nachmittags, wenn die Säle nicht voll von Besuchern sind. Zombie-movies ist er nicht abgeneigt.

Er inszeniert mit Vorliebe Geburtstagsparties
und gibt auch "professionelle“ Tipps für gelungene Feste.

Und er ist fasziniert von Bugs Bunny:„Er ist so gescheit, so lustig, er hat so einen großen Bekanntheitsgrad. Bugs Bunny ist die Seele von New York. You can´t tool Bugs Bunny, that´s all I have to say. He´s on to everybody”.   äh?

Typisch für Walken ist der Unterschied zwischen dem, WAS er tut, und WIE er seinen Text in seinen Filmrollen anlegt. In seiner eigenen Art zu sprechen, zitiert er z.B. höchst Unerfreuliches (wie z.B. :„I´m the Antichrist" in "True Romance") in einem fast gelangweilten, traurigen Ton. Dies trägt dazu bei, dass das Schaurige, Fremde seiner Charaktere glaubhaft wird: seine unheimlichen Gestalten scheinen von nirgends zu kommen und nichts Menschliches in sich zu haben. Wie könnte man einen Psychopathen besser darstellen?

Auch wenn er nur die kleinsten Rollen spielt, so tut er dies mit einer ihm eigenen Tiefgründigkeit.
(Wer kann sich nicht an seine Rolle als Hessian Horseman in "Sleepy Hollow" erinnern, was umso bemerkenswerter ist, weil diese so winzig war und seine einzigen Sätze aus den Worten „AHHHHHRGGGG“ und „SSSHHHT“ bestanden.

Auf die Frage nach Gott meinte er, dass er seine Erfolge als Schauspieler und seine Unerschütterlichkeit auch seiner religiösen Einstellung verdanke (er wuchs als Methodist auf), Gott sei ein Mysterium, aber doch ein Fakt für ihn, aber die Kraft des Glaubens gebe ihm Mut. Er bete um Harmonie und Bescheidenheit.



Summa summarum


Chris ist exzentrisch in jeder Hinsicht, aber von einer „nicht gefährlichen Art.“ (unbek.) „Strange“, aber eben doch nicht so „strange“- anders, aber nicht abgehoben. Eine Art milder Typ Außerirdischer....
Er ist ein „Fifties-Song-and-dance-Showbiz guy“, oft unterschätzt, falsch interpretiert. Ein vielseitiger Entertainer. Ein Künstler. Und Künstler sind nun mal in einer bestimmten Hinsicht anders- that`s it.

Frage: Was wäre seine Idealvorstellung von Glück?
Antwort: Glück? Nun, wenn ich von harter Arbeit nach Hause komme und mir denke, das habe ich aber jetzt gut hingekriegt, und, Mann, war ich vielleicht klasse! - Dem ist aber leider nicht immer so.....
Frage: Was bedeutet "Startum" für Sie?
"Für mich bedeutet Startum nichts. Einmal sagte jemand zu mir: Ich hab sie in einem Theaterstück gesehen. Und ich dachte, wow, der hat mich gesehen, und weil nur ungefähr drei Leute dieses Stück gesehen haben, fühlte ich mich ungeheuer berühmt. Ich hatte immer einen hohen Erinnerungswert, schon bevor ich berühmt wurde. Die Art mich zu kleiden, mein Haar, ich stach immer schon hervor."

Ob er scheu sei?       
 
Nein, das glaube er nicht- nicht mehr. Die Erfahrungen auf der Bühne und im Showbiz hätten ihm geholfen, seine anfängliche, beinahe pathologische Scheuheit zu überwinden. Im Gespräch mit anderen Leuten sei er heute noch manchmal befangen (man merkt es vor allem an seinen Verlegenheitsgesten) und vielleicht „zu bequem“, viel zu sprechen.
Als Schauspieler habe er jedoch mehr zu sagen, da habe er alle Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung.

Frage: Wie möchten Sie der Nachwelt in Erinnerung bleiben?
Antwort: Als Nobelpreisträger für Schauspielerei.  
Er hofft, 100 Jahre alt zu werden und bis zuletzt arbeiten zu können. (Vorbild: Sir John Gielgud, der mit 96 noch aktiv war)

Auf die Frage, ob er mal eine Autobiographie schreiben will, antwortet er: im Schreiben sei er ja nicht so toll.
("Alle Schauspieler schreiben. Ich habe noch keinen getroffen, der nicht ein Stück geschrieben hätte".)

"Ich würde es vielleicht tun, aber jetzt noch nicht. In dem Moment, wo man seine Memoiren schreibt, kommt mir vor, ist das Leben beendet."

Frage: wie er gerne sterben würde.
Antwort: Sehr alt, sehr erfolgreich und eingeladen in die Show "Saturday Night Live" am folgenden Wochenende.  

"Ich möchte sehr, sehr alt werden und immer noch Schauspieler sein. Und ich hoffe, ich kann bis zu jenem Tag arbeiten, an dem ich in den großen Probesaal abberufen werde- im Himmel." (CW 2004)

In einem früheren Interview sagte er, er könne sich nicht vorstellen, wie das sei, zu sterben; er war am Grab seines Onkels gestanden und kapierte nicht, dass dieses Leben einmal aus sein könne.
2004 wurde er anlässlich des Filmes "Around the Bend" gefragt, ob er sich jemals Vorstellungen über seinen eigenen Tod gemacht habe.
 

             Christopher Walken
c/o Toni HOWARD
International Creative
Management (ICM)
8942 Wilshire Blvd.
Beverly Hills
CA 90211, USA



Christopher Walken
142 Cedar Road
Wilton, CT 06897, USA

"Death is wonderful because you can't think about it.
How are you gonna think about it?"

 

 




 

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